Das US-Konto der LLC. Was Institute sehen wollen.

Ein US-Geschäftskonto scheitert selten an der Gesellschaft, sondern an den Unterlagen: ein fehlendes Dokument, eine Adresse, die nicht passt, ein Geschäft, das niemand versteht. Hier steht, was Institute verlangen, warum sie es verlangen müssen — und wie ein Antrag aussieht, der beim ersten Mal trägt.

Kurz beantwortet

Für das Konto einer LLC verlangen US-Institute das Gründungsdokument, die EIN-Bestätigung der IRS, das Operating Agreement, die Pässe aller Gesellschafter ab 25 Prozent und der Person, die die Gesellschaft lenkt, Adressnachweise sowie eine nachvollziehbare Beschreibung des Geschäfts mit den erwarteten Zahlungsströmen. Die Institute müssen diese Angaben nach US-Recht erheben; ob und zu welchen Bedingungen sie ein Konto eröffnen, entscheiden sie selbst.

Warum Institute so viel fragen

Jedes US-Institut muss vor der Kontoeröffnung die Identität seines Kunden feststellen (Customer Identification Program, 31 CFR 1020.220): Name, Anschrift und eine Identifikationsnummer. Bei Personen ohne US-Staatsbürgerschaft ist das etwa die Passnummer mit dem Ausstellungsland, bei Gesellschaften die EIN und ein physischer Ort der Geschäftstätigkeit. Dazu kommen die wirtschaftlich Berechtigten (31 CFR 1010.230): jede Person, die mindestens 25 Prozent hält, und eine Person, die die Gesellschaft maßgeblich lenkt. Seit Februar 2026 müssen Institute diese Angaben nicht mehr bei jedem weiteren Konto neu prüfen, sondern bei der ersten Eröffnung und wenn Zweifel entstehen — die erste Prüfung bleibt.

Die sieben Unterlagen

Manche Institute verlangen zusätzlich eine Bescheinigung über den ordnungsgemäßen Status (Certificate of Good Standing), eine Website oder erste Verträge.

  • Unterlage: Articles of Organization · Wozu: Nachweis, dass die Gesellschaft besteht · Worauf es ankommt: vom Staat eingetragene Fassung, Name exakt wie im Antrag
  • Unterlage: EIN-Bestätigung (CP 575 oder Letter 147C) · Wozu: Steuernummer der Gesellschaft · Worauf es ankommt: Name und Anschrift wie im Gründungsdokument
  • Unterlage: Operating Agreement · Wozu: Wer beteiligt ist und wer handeln darf · Worauf es ankommt: unterschrieben, Beteiligungen ergeben zusammen 100 Prozent
  • Unterlage: Pässe · Wozu: Identität der Gesellschafter ab 25 % und der lenkenden Person · Worauf es ankommt: gültig, gut lesbar, Namen wie im Operating Agreement
  • Unterlage: Adressnachweise · Wozu: Wohnanschrift der Beteiligten · Worauf es ankommt: aktuell und auf den Namen der Person
  • Unterlage: Geschäftsbeschreibung · Wozu: Was die Gesellschaft tut · Worauf es ankommt: Kunden, Produkte, Länder, erwartete Umsätze und Zahlungswege
  • Unterlage: Herkunft der ersten Einlage · Wozu: Woher das erste Geld kommt · Worauf es ankommt: Kontoauszug oder Beleg der Einlage

Woran Anträge scheitern

  • Grund — Ein Geschäft, das niemand versteht: „Consulting“ ohne Kunden, ohne Website, ohne Verträge: Das Institut kann das Risiko nicht einschätzen und lehnt ab.
  • Grund — Adressen, die nicht zusammenpassen: Wohnsitz, Geschäftsadresse und die Anschrift im EIN-Schreiben weichen voneinander ab — oder die Geschäftsadresse ist die eines Registered Agent.
  • Grund — Lücken im Operating Agreement: Keine Unterschrift, Beteiligungen ohne Summe, ein Gesellschafter fehlt: Die Angaben zu den Eigentümern lassen sich nicht prüfen.
  • Grund — Branchen mit erhöhtem Risiko: Manche Tätigkeiten prüfen Institute strenger oder gar nicht — das ist ihre Entscheidung, keine Frage der Unterlagen.
  • Grund — Bezüge zu Sanktionsländern: Zahlungen oder Beteiligte mit Bezug zu sanktionierten Ländern führen fast immer zur Ablehnung.
  • Grund — Widersprüche im Gespräch: Wer im Antrag anderes schreibt, als er im Gespräch sagt, verliert das Vertrauen des Instituts — oft endgültig.

Bank oder Finanzplattform?

Allgemeine Übersicht; Leistungen und Bedingungen legt jedes Institut selbst fest.

  • Eröffnung · Bank: teils nur mit Termin vor Ort · Finanzplattform: meist vollständig online
  • Wer das Konto führt · Bank: die Bank selbst · Finanzplattform: meist eine Partnerbank im Hintergrund
  • Einlagensicherung · Bank: über die FDIC, wenn die Bank versichert ist · Finanzplattform: nur über die Partnerbank und nur unter deren Bedingungen
  • Später: Karten und Darlehen · Bank: oft aus einer Hand · Finanzplattform: oft nur Karten

Was die Einlagensicherung abdeckt

Die US-Einlagensicherung FDIC schützt 250.000 US-Dollar je Einleger, je versichertem Institut und je Eigentumskategorie. Eine LLC oder Corporation mit eigenem Geschäft bildet eine eigene Kategorie — ihr Guthaben wird nicht mit Ihren privaten Konten beim selben Institut zusammengerechnet. Die Sicherung greift nur, wenn ein versichertes Institut ausfällt. Eine Finanzplattform ist selbst keine Bank; ob und wie Guthaben dort geschützt sind, hängt an der Partnerbank und an den Bedingungen der Plattform.

So läuft ein gut vorbereiteter Antrag

  • 1. Unterlagen bündeln: Alle sieben Unterlagen, mit identischen Namen und Anschriften, in einer Mappe.
  • 2. Geschäft beschreiben: Zwei Absätze, die ein Fremder versteht: was, für wen, in welchen Ländern, mit welchen Umsätzen und Zahlungswegen.
  • 3. Institut wählen: Nach Geschäft, Währungen, Online-Eröffnung und späteren Karten — nicht nach Werbung.
  • 4. Antrag und Rückfragen: Rückfragen kommen fast immer. Wer sie schnell und widerspruchsfrei beantwortet, hat die besten Aussichten.
  • 5. Eröffnung und erste Einlage: Nach der Zusage folgt die erste Einlage — mit Beleg, woher das Geld stammt. Bei einer LLC mit ausländischem Gesellschafter ist sie zugleich ein meldepflichtiger Vorgang für Form 5472.

So bringt FIAON Global Ihr Konto auf den Weg

Bei FIAON Global beginnt der Kontoantrag nicht mit einem Formular, sondern mit Ihrem Geschäft. Wir schreiben die Geschäftsbeschreibung mit Ihnen, stellen alle Unterlagen mit identischen Angaben zusammen, wählen das Institut nach Ihrem Vorhaben und bereiten den Antrag vollständig vor. Rückfragen des Instituts begleiten wir; verlangt ein Institut einen Termin vor Ort, geht unser Team in Miami mit Ihnen hin. Das Konto ist der Anfang der Kartenleiter: Mit Global Banking planen wir danach die Reihenfolge weiterer Herausgeber und bereiten jeden Antrag vor. FIAON koordiniert, bereitet vor, reicht ein und nimmt Termine vor Ort wahr. FIAON ist keine Kanzlei und keine Bank.

Konto und Kartenleiter im Paket

Vom ersten Kontoantrag bis zur geplanten Reihenfolge weiterer Herausgeber — Global Banking.

Was Sie wissen müssen

  • Über jedes Konto entscheidet allein das Institut — auch bei vollständigen Unterlagen.
  • Hält Ihre US-Gesellschaft Konten außerhalb der USA mit zusammen mehr als 10.000 US-Dollar, meldet sie diese jährlich an FinCEN (FBAR).
  • In den USA gelten jährliche Meldepflichten, auch ohne Umsatz (Form 5472 mit Form 1120), dazu Staatsgebühren und die Kosten des Registered Agent.

Häufige Fragen

Kann ich für meine LLC ein US-Konto eröffnen, ohne in die USA zu reisen?

Oft ja. Viele Institute eröffnen Konten für Gesellschaften mit Gesellschaftern im Ausland online; manche verlangen einen Termin vor Ort. Welche Wege es gibt, legt jedes Institut selbst fest.

Welche Unterlagen brauche ich für ein US-Geschäftskonto?

Gründungsdokument, EIN-Bestätigung, Operating Agreement, die Pässe aller Gesellschafter ab 25 Prozent und der lenkenden Person, Adressnachweise, eine Geschäftsbeschreibung und einen Beleg zur Herkunft der ersten Einlage.

Brauche ich eine SSN oder ITIN für das Konto meiner LLC?

Die Gesellschaft braucht ihre EIN. Für Gesellschafter ohne SSN genügt vielen Instituten der Pass; manche fragen nach einer ITIN.

Warum wurde mein Kontoantrag abgelehnt?

Meist wegen eines unklar beschriebenen Geschäfts, widersprüchlicher Angaben oder einer Adresse, die das Institut nicht akzeptiert. Institute nennen ihre Gründe oft nicht — deshalb zählt der vollständige erste Antrag.

Sind Einlagen auf einem US-Geschäftskonto gesichert?

Bei einem FDIC-versicherten Institut sind Einlagen in Höhe von 250.000 US-Dollar je Einleger, Institut und Eigentumskategorie geschützt. Bei Finanzplattformen hängt der Schutz an der Partnerbank.